{"id":28,"date":"2020-05-04T13:42:04","date_gmt":"2020-05-04T11:42:04","guid":{"rendered":"https:\/\/botanicalicious.de\/?p=28"},"modified":"2020-05-11T15:01:12","modified_gmt":"2020-05-11T13:01:12","slug":"corona-das-problem-ist-nicht-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botanicalicious.de\/index.php\/2020\/05\/04\/corona-das-problem-ist-nicht-china\/","title":{"rendered":"Corona  &#8211; Das Problem ist nicht China"},"content":{"rendered":"\n<p>Als das Thema Corona in den Medien aufkam, gab es zahlreiche Berichterstattungen \u00fcber chinesische Essgewohnheiten oder die Wildtierm\u00e4rkte in China, die viel Spielraum f\u00fcr rassistische Fehlschl\u00fcsse lie\u00dfen. Nun, wo das Virus auch hier in Europa angekommen ist, werden Kontaktverbote erteilt, Gesch\u00e4fte m\u00fcssen schlie\u00dfen, das \u00f6ffentliche Leben ist weitestgehend stillgelegt, mit schwerwiegenden Folgen f\u00fcr die Wirtschaft, teilweise auch pers\u00f6nlich. Die Medien geben Tipps, wie man sich die H\u00e4nde richtig w\u00e4scht, richtig niest, sich Schutzmasken n\u00e4ht oder die Zeit in Einsamkeit am besten verbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist das nicht alles nur eine Symptombehandlung? Sollte man nicht etwas tiefer blicken und schauen, wie man derartige Pandemien an der Wurzel bek\u00e4mpfen kann? Welchen Beitrag leisten wir selbst zur Entstehung von Zoonosen? Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen \u00fcbertragen werden, beispielsweise die Spanische Grippe, SARS, die Schweinegrippe, die Vogelgrippe, Ebola und nun auch COVID-19.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entstehung von Zoonosen wird haupts\u00e4chlich durch die Nutztierhaltung beg\u00fcnstigt. Und genau an dieser Stelle gibt es sogar zwei Kausalzusammenh\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens: Brutst\u00e4tten von Viren sind nicht nur die Wildtierm\u00e4rkte, sondern auch unsere europ\u00e4ischen Mastanlagen. Im Trubel der ganzen Coronanews ist vielleicht untergegangen, dass wir gerade jetzt eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest haben. Besorgniserregend ist die Ausbreitung im Westen Polens, wo der Erreger von Wildschweinen auf Hausschweinbest\u00e4nde \u00fcbergesprungen ist.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Im M\u00e4rz wurden 24.000 Hausschweine in Polen get\u00f6tet.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Was vielleicht auch unter den Tisch gefallen ist: auch der Erreger H5N8, bekannt als Vogelgrippe, greift aktuell wieder um sich. Bereits f\u00fcnf deutsche Betriebe mussten ihr Gefl\u00fcgel t\u00f6ten.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> In den Medien kein Wort dar\u00fcber. Man k\u00f6nnte ja auf die Idee kommen, dass es einen Zusammenhang zwischen unseren Fleischgel\u00fcsten und damit einhergehenden Erregern g\u00e4be. Stattdessen hauen sich die Menschen Fleisch in ihre Einkaufsk\u00f6rbe als g\u00e4be es kein Morgen mehr.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens: Die Nutztierhaltung erfordert eine Abholzung der Regenw\u00e4lder, um somit Ackerfl\u00e4chen zu gewinnen, auf denen dann Tierfuttermittel angebaut werden kann. Dazu geh\u00f6rt haupts\u00e4chlich Soja. Damit wird vor allem die Nachfrage aus Europa gedeckt. Bis zu 75% des Sojaanbaus sind der Tierfuttermittelindustrie zuzuschreiben. Dabei k\u00f6nnten Soja und die anderen Pflanzen viel mehr Menschen ern\u00e4hren, wenn sie nicht den Umweg \u00fcber das Tierfutter machen w\u00fcrden und stattdessen direkt der menschlichen Ern\u00e4hrung dienten.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Allein diese Tatsache bekr\u00e4ftigt einen Verzicht auf tierische Lebensmittel. Aber diese Tatsache ist noch nicht das Ende der Kausalkette. Zur\u00fcck zur Entstehung von Zoonosen: Durch die Abholzung der Regenw\u00e4lder dringen wir immer weiter in bisher unber\u00fchrte Natur vor, wo Viren zu finden sind, mit denen wir vorher nie in Ber\u00fchrung kamen. Diese k\u00f6nnen wom\u00f6glich t\u00f6dlicher sein als SARS-CoV-2. Wir verdr\u00e4ngen Arten aus ihren intakten Lebensr\u00e4umen. Diese kommen dann wiederum in Kontakt mit anderen Arten, die vorher noch nie aufeinandertrafen. Sie teilen sich nun Lebensr\u00e4ume. Ihre genetische Vielfalt nimmt ab. Viren haben leichtes Spiel und finden \u00fcber kurz oder lang wieder den \u00dcbertragungsweg zu uns Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den Zoonosen, sagen Experten noch ein ganz anderes Problem voraus. Sie prognostizieren f\u00fcr das Jahr 2050 multiresistente Keime als Haupttodesursache.<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Wir bauen Mastanlagen f\u00fcr tausende Tiere, die auf engstem Raum in ihren eigenen Exkrementen vor sich hinvegetieren und die kurze Zeit bis zur Schlachtung nur \u00fcberleben, weil wir ihnen u.a. Antibiotika verabreichen. Die industrielle Nutztierhaltung ist eine Brutst\u00e4tte f\u00fcr Erreger und multiresistente Keime.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Man sch\u00e4tzt, dass bis zu 80% der weltweiten Antibiotika in der Tierzucht verabreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu noch zwei Stimmen aus der Wissenschaft:<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt Schmiedinger, Lebensmittelwissenschaftler und Geophysiker sagte: \u201eDie aktuelle COVID-19-Pandemie kam mit Ansage. In der Wissenschaft herrscht seit Jahrzehnten gro\u00dfe Einigkeit, dass wir durch die industrielle Nutztierhaltung oder auch durch Wildtierm\u00e4rkte solche Risiken provozieren.\u201c Und Johannes Vogel, Professor f\u00fcr Biodiversit\u00e4t, stellt klar: \u201eDieses Virus ist der Preis unserer Ausbeutung der Natur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Solange wir Tiere ausbeuten, sie verspeisen und sie aus ihrem nat\u00fcrlichen Lebensraum verdr\u00e4ngen, solange werden wir mit den Konsequenzen leben m\u00fcssen. Auf tierische Produkte zu verzichten, ist das wirksamste und einfachste Mittel gegen Pandemien und Klimaerw\u00e4rmung. Alles andere ist nur eine Behandlung der Symptome. Die derzeitigen einschneidenden Ma\u00dfnahmen wei\u00dfen ein sehr schlechtes Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis auf, d.h. sie sind f\u00fcr den Kern des Problems \u00fcberhaupt nicht zielf\u00fchrend, daf\u00fcr aber folgenschwer in jeder anderen Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In Frankfurt ziehen einige Restaurants bereits Schl\u00fcsse: Aus ethischen und pandemischen Gr\u00fcnden bieten Lokale wie Fletchers Better Burger, Caf\u00e9 Hauptwache und Pizzeria Montana seit dem 30. M\u00e4rz kein Fleisch mehr an.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Es ist an der Zeit f\u00fcr die eigene K\u00fcche, die gleichen Schl\u00fcsse zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> vgl. www.tierseucheninfo.niedersachsen.de<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Spiegel vom 23.03.2020 \u201ePolen l\u00e4sst 24.000 Hausschweine t\u00f6ten\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.verbraucherzentrale.de\">www.verbraucherzentrale.de<\/a> \u201eH5N8-Erreger wieder in Deutschland angekommen\u201c vom 01.04.2020<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Facebook-Post von Aleksandra Keleman, vegane Ern\u00e4hrungsberaterin<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> https:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/aktuell\/warum-sojawurst-nicht-dem-regenwald-schadet<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Arte Dokumentation: \u201eResistance fighters\u201c https:\/\/programm.ard.de\/TV\/arte\/resistance-fighters\/eid_287241324400107<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Facebook-Post von Florian Schwarz auf Wei\u00df, Umweltaktivist<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> https:\/\/www.fletchers-betterburger.de\/menu\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als das Thema Corona in den Medien aufkam, gab es zahlreiche Berichterstattungen \u00fcber chinesische Essgewohnheiten oder die Wildtierm\u00e4rkte in China, die viel Spielraum f\u00fcr rassistische Fehlschl\u00fcsse lie\u00dfen. 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