{"id":26,"date":"2020-05-04T13:36:21","date_gmt":"2020-05-04T11:36:21","guid":{"rendered":"https:\/\/botanicalicious.de\/?p=26"},"modified":"2020-05-11T14:56:23","modified_gmt":"2020-05-11T12:56:23","slug":"garten-oder-friedhof-was-ist-dein-korper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botanicalicious.de\/index.php\/2020\/05\/04\/garten-oder-friedhof-was-ist-dein-korper\/","title":{"rendered":"Garten oder Friedhof \u2013 was ist dein K\u00f6rper?"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eUnser K\u00f6rper ist ein Garten, kein Friedhof.\u201c Dieser Satz hat mich vor einiger Zeit ins Gr\u00fcbeln gebracht und mich meine Gewohnheiten \u00fcberdenken lassen. Wenn man es ganz genau nimmt, geht dieser Satz sogar noch weiter als Veganismus bzw. pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung. Denn man kann sich auch \u201eschlecht\u201c vegan ern\u00e4hren. In den meisten F\u00e4llen ist allerdings selbst eine \u201eschlechte\u201c vegane Ern\u00e4hrung besser als die \u00fcbliche Mischkost.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Speiseplan sah noch vor wenigen Jahren wie folgt aus: Eiwei\u00dfshakes und gekochte Eier zum Fr\u00fchst\u00fcck, Fleisch mit Kohlenhydraten und Gem\u00fcse zum Mittag, Joghurt als Snack und zum Abendessen wieder Fleisch mit totgekochtem Gem\u00fcse oder Handk\u00e4s\u2018 mit Musik. Und zwischendurch immer wieder au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Cheatmeals, aus denen dann Cheatdays wurden, wo man sich mit allen m\u00f6glichen S\u00fc\u00dfigkeiten und Trashfood vollstopft, was am Ende des Tages aber dann irgendwie doch nicht die erwartete Befriedigung brachte, die man sich eigentlich erhofft hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute schlage ich die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen, wenn ich mir \u00fcberlege, wie viel tierisches Eiwei\u00df ich auf Kosten von Tieren und unserer Umwelt konsumiert habe. Wer nicht wei\u00df in welchem folgenschweren Zusammenhang unser Konsum an tierischen Lebensmitteln mit dem Erhalt unseres Planeten steht, dem empfehle ich den Dokumentarfilm \u201eCowspiracy\u201c, um nur mal eine kleine Idee von dem Ausma\u00df unseres fatalen Konsums tierischer Lebensmittel zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Bauch war der reinste Friedhof: verwestes Tierfleisch (Ja, der Verwesungsprozess stoppt nicht, nur weil man \u201eSteak\u201c drauf gedruckt hat. Die Verwesung geht in unserem Darm sogar noch weiter.), totpasteurisierte Milchprodukte (bei einem Produkt, wo gesetzlich ein maximaler Keimgehalt festgelegt ist &#8211; vgl. Milchg\u00fcteverordnung, gar nicht so verkehrt), totverarbeitete Lebensmittel in jedweder Form. Wie soll man sich dabei vital, gesund und lebendig f\u00fchlen? Auch wenn ich das damals felsenfest von mir behauptet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann begann mein pers\u00f6nlicher Wandel. Erst vegetarisch, dann vegan trashig, sp\u00e4ter vegan selbstgekocht, zwischendurch vegan rohk\u00f6stlich und inzwischen v\u00f6llig undogmatisch eine Mischung aus allen \u201evegan-Abstufungen\u201c. Die vegan rohk\u00f6stliche Variante halte ich dabei mit Abstand f\u00fcr die ges\u00fcndeste, vitalste und nachhaltigste Form. Allein schon beim Einkaufen super praktisch: man muss nur durch das Obst- und Gem\u00fcseabteil flitzen, keine K\u00fchlketten beachten, bestenfalls hat man nicht mal eine Plastikverpackung. Es macht mich sogar gl\u00fccklich in meinen Einkaufswagen voll mit Obst, Gem\u00fcse und Kr\u00e4utern zu schauen. Zuhause bedarf es anschlie\u00dfend im Prinzip auch keiner besonderen K\u00fchlung. Die Fr\u00fcchte halten sich in aller Regel auch so. Hier eine kleine Bemerkung am Rande: w\u00e4hrend der ganzen Zeit meiner pflanzlichen Ern\u00e4hrung, habe ich mir kein einziges Mal den Magen verdorben. Ich erkl\u00e4re es mir so, dass Keime einen besseren N\u00e4hrboden auf tierischen Lebensmitteln finden. Au\u00dferdem ist pflanzliche Nahrung sehr viel schneller verdaut als tierische. M\u00f6gliche Keime oder Bakterien verlassen unseren K\u00f6rper also viel schneller.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Bakterien: es gibt \u00fcbrigens nicht nur schlechte Bakterien. In unserem Darm finden wir unz\u00e4hlige Bakterienst\u00e4mme, das sog. Darmmikrobiom, das nicht nur f\u00fcr unsere Darmgesundheit verantwortlich ist, sondern sogar Einfluss auf unsere gesamte Gesundheit nimmt. Diese n\u00fctzlichen Bakterien kann man zum Beispiel durch fermentiertes Gem\u00fcse aufnehmen. Bekannt ist vor allem Sauerkraut oder Kimchi. Dabei kommt es aber auf den rohen Zustand an, d.h. dass das fermentierte Gem\u00fcse nicht pasteurisiert wurde. Im Laden ist roh fermentiertes Gem\u00fcse aufgrund von Lebensmittelvorschriften kaum noch erh\u00e4ltlich. Darum lohnt es sich einmal unsere Gro\u00dfeltern zu fragen, wie sie damals ihr Gem\u00fcse f\u00fcr die Wintermonate haltbar gemacht haben. Grunds\u00e4tzlich ben\u00f6tigt man nur ein geeignetes Gef\u00e4\u00df, Gem\u00fcse, Wasser, Salz und etwas Geduld bis die kleinen Bakterien ihre Arbeit aufnehmen. Hier sind der Kreativit\u00e4t keine Grenzen gesetzt. Ich habe auch schon die Fl\u00fcssigkeit von fermentierten Zwiebeln weiter verwendet um Tofu darin zu marinieren. Das Ergebnis ist eine Art pflanzlicher Feta. Wirklich k\u00f6stlich. Auch generell habe ich festgestellt, dass man wirklich alles, was man an omnivorer Ern\u00e4hrung geschmacklich vermissen k\u00f6nnte, pflanzlich ganz wunderbar und meistens auch einfach herstellen kann, sodass ich mich frage, warum \u00fcberhaupt noch Tiere f\u00fcr unsere Gel\u00fcste sterben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlichen Effekt auf unsere Darmgesundheit haben auch die wiederentdeckten Getr\u00e4nke Kombucha, Wasserkefir und das selbstgebraute Gingerbeer. Bei allen drei Getr\u00e4nken wird eine zuckerhaltige Ansatzfl\u00fcssigkeit mit Bakterien geimpft. Die Bakterien verstoffwechseln den Zucker, sodass nach einigen Tagen kaum noch Zucker daf\u00fcr aber viele gute probiotische Bakterien in den Getr\u00e4nken enthalten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres \u201elebendiges Lebensmittel\u201c sind Sprossen und Keimlinge. Dazu werden unterschiedliche Samen oder H\u00fclsenfr\u00fcchte eingeweicht und anschlie\u00dfend durch Sp\u00fclvorg\u00e4nge feucht gehalten bis diese keimen. Man kann den Prozess auch fortsetzen bis aus den Keimlingen schlie\u00dflich Sprossen entstehen. \u201eBeim Keimvorgang werden komplexe Kohlenhydrate in leicht verdauliche Doppelzucker und Einfachzucker umgewandelt. Zudem werden mit Hilfe von Enzymen unverdauliche Speicherproteine abgebaut. Auch das N\u00e4hrstoffprofil ver\u00e4ndert sich positiv, und zwar zu Gunsten von freien Aminos\u00e4uren. Im Verlauf der Keimung ist ein betr\u00e4chtlicher Anstieg bei Vitaminen des B-Komplexes sowie bei den Vitaminen C, E und K zu beobachten. Ein weiterer Vorteil des Keimens ist, dass w\u00e4hrend des Keimvorgangs der Gehalt an Phytins\u00e4ure sinkt. Durch die Phytins\u00e4ure wird in Getreidek\u00f6rnern oder H\u00fclsenfr\u00fcchten die Aufnahme von einigen lebenswichtigen Mineralstoffen vermindert. Durch das Keimen werden diese f\u00fcr unseren K\u00f6rper verf\u00fcgbar.\u201c<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Sprossen und Keimlinge haben auf unseren Darm eine pr\u00e4biotische Wirkung. Anders als Probiotika, wo es sich um lebende Mikroorganismen handelt, handelt es sich bei Pr\u00e4biotika um unverdauliche Ballaststoffe, die den Darmbakterien als Nahrungsquelle dienen. Sie beg\u00fcnstigen sozusagen die weitere Besiedlung von Darmbakterien bzw. das Wachstum einer eigenen Darmflora. Beides zu kombinieren ist das einzig Sinnvolle. Man nennt es \u201eSynbiotika\u201c. Ich hoffe euch mit meinem Beitrag ein paar Inspirationen f\u00fcr eine vitalere Ern\u00e4hrung gegeben zu haben. Vielleicht konnte ich damit auch etwas mehr Bewusstsein schaffen, f\u00fcr das, was wir unserem K\u00f6rper zuf\u00fchren. Man erntet, was man s\u00e4t. Im besten Falle eine stabile Gesundheit. In diesem Sinne: Werdet zum G\u00e4rtner eures eigenen Gartens.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> https:\/\/keimster.de\/sprossen-selber-ziehen\/ fffff00000000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUnser K\u00f6rper ist ein Garten, kein Friedhof.\u201c Dieser Satz hat mich vor einiger Zeit ins Gr\u00fcbeln gebracht und mich meine Gewohnheiten \u00fcberdenken lassen. Wenn man es ganz genau nimmt, geht dieser Satz sogar noch weiter als Veganismus bzw. pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung. Denn man kann sich auch \u201eschlecht\u201c vegan ern\u00e4hren. 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